Kleinwuchs bei Kindern mit chronischer Niereninsuffizienz
Krankheitsbild
Die Niere nimmt neben der Urinproduktion auch wichtige andere Stoffwechselfunktionen wahr. Verschiedene Erkrankungen der Niere, (z.B. Glomerulonephritis, Zystennieren, Fehlbildungen) können zu einer eingeschränkten Nierenfunktion führen. Bei mehr als 50%iger Einschränkung spricht man von chronischer Niereninsuffizienz, liegt die Nierenfunktion unter 5%, muss der Patient dialysiert werden.
Die Häufigkeit der chronischen Niereninsuffizienz im Kindesalter liegt bei 6 pro 1 Mio. Einwohner. Durch die eingeschränkten Stoffwechselfunktionen, die in Folge der Niereninsuffizienz auftreten, kann es u.a. zu Blutarmut, Mangelernährung und eingeschränktem Längenwachstum kommen. Der Wachstumsrückstand ist besonders ausgeprägt bei frühem Beginn der Niereninsuffizienz. Ca. 1/3 der Kinder mit chronischen Nierenerkrankungen zeigen Wachstumsauffälligkeiten im Sinne eines Wachstumsrückstandes. Hierfür ist neben der Grundkrankheit oft auch die Therapie mit Glukokortikoiden verantwortlich.
Therapie
Der Wachstumsrückstand kann mit rekombinantem Wachstumshormon behandelt werden. Die Verschlechterung der Nierenfunktion ist bei Kindern, die mit hGH behandelt werden, nicht höher als bei unbehandelten Kindern. Insgesamt wird die Behandlung gut vertragen und kann über mehrere Jahre durchgeführt werden, idealerweise bis zum Erreichen der Zielgrösse.
Wenn das Kind eine Nierentransplantation erhält, wird die Therapie üblicherweise gestoppt. Erste Studienergebnisse konnten zeigen, dass auch kleinwüchsige Kinder nach Transplantation von einer Behandlung mit hGH profitieren. Auf die Funktion des Transplantates hat die Behandlung dabei keinen nachteiligen Effekt.
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